Berlinale 2020 – Rizi | Days

© Homegreen Films

Es ist der 8. Berlinaletag und ich bin schon etwas konstruktiv überfordert.

Ein zweistündiger, langsam erzählter Film verspricht eine Herausforderung zu werden. Die erste Einstellung dauert minutenlang, ich schaue einem Mann zu, wie er wiederum unbeweglich und unberührt, Regen, Wind und Sturm zuschaut. Er schaut aus einem großen Panoramafenster, die Kamera blickt wiederum durch das Fenster rein, das Naturschauspiel spiegelt sich im Fenster. Ein schönes und doppeldeutiges Bild, ich bin weiterhin gespannt. 

Aber ich werde enttäuscht, es gibt nur ein einziges schönes Landschaftsbild, ansonsten schaue ich zwei einsamen Männern in ihrem banalen Alltag zu. Allerdings zwei sehr unterschiedlichen Männern. Ich grüble, ob es über arm und reich geht, jung und alt, passiv und aktiv. Dialog gibt es keinen, ist bei dieser Nichthandlung auch nicht nötig. Ich gebe mir große Mühe und strenge mich wirklich an, ich kann interpretierbares finden und doch ist es mir einfach zu langsam erzählt. 

Ich ziehe den Joker und verlasse nach ca. 80 Minuten das Kino. 
Immerhin habe ich eine neue Art, Gurken zu schneiden gelernt. 

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