Berlinale 2020 – Siberia

© Federico Vagliati/2020 Vivo film, maze pictures, Piano

Disharmonische Klavierklänge und das markante Gesicht von William Dafoe versetzen mich sofort in die Grundstimmung des Films. 

Er beginnt im Schnee in eisiger Kälte und endet auch dort. Was einen Kreislauf bedeuten könnte oder dass Ende und Anfang gleich sind oder die Außenwelt kalt ist und nur innen das Warme zu finden? Ich weiß es nicht, dies ist kein gewöhnlicher Film mit einer geradlinigen Handlung, sondern vielmehr der Trip eines Mannes in seine Seele, auf der Suche nach sich selbst. Sehr avantgardistisch inszeniert, gibt es haufenweise Deutungsmöglichkeiten.Er begegnet auf seinem Weg ins Innenleben an unterschiedlichsten Orten Verflossenen, seinen Eltern, seinem Kind und auch sich selbst, seinen Ängsten, Defiziten und Dämonen, leider wenig seinen Freuden.

In teils epischen Bildern und vielen verstörenden Horrorszenarien begleite ich Ihn auf dieser Suche und bin selbst mitunter verunsichert.
William Dafoe und der Kamera ist es zu verdanken, dass ich doch neugierig sitzen bleibe und mich einlasse.
Ich hoffe sehr, der Blick in meine Seele ist nur halb so düster.

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