Berlinale 2017 – Wettbewerb

Ana mon amour

Szenen eines Paares, nicht linear erzählt und von Beginn an höchst kompliziert.

Eine realistische Sexszene, mit Sperma! das hatte der Wettbewerb bisher nicht zu bieten. Irgendwann begreife ich, dass der Hauptdarsteller, Toma zu einer Psychoanalyse auf der Couch liegt und seine Erinnerungen und Gespräche mit seinem Therapeuten, in die Szenen übergehen. Zum Glück hat die Maske ganze Arbeit geleistet und Tomas Haarfrisur geleitet mich zeitlich durch das Geschehen. Zwei junge Menschen, die jeder ihr eigenes Päckchen bereits zu tragen haben, werden ein Paar mit Abhängigkeiten, die wechseln.

Am Ende sind sie kein Paar mehr. Toma wird mir im Laufe des Films immer unsympathischer, schnell begreife ich, dass er sich eine Frau sucht, die auf seine Hilfe angewiesen ist, für die er Verantwortung übernimmt, um nicht für sich selbst Verantwortung zu übernehmen. Ich bekomme Einblick in die stark gläubige und recht aggressive, real und subjektiv, Gesellschaft Rumäniens.

Die Trennung und beider Psychoanalysen bedeuten vielleicht Hoffnung, wiederkehrende Verhaltensmuster zu verändern.

Voll gepackt und nicht leicht verdaulich bietet der Film viel Gesprächsstoff. Gut.

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