Berlinale 2019 – Panorama – Šavovi

Ana ist eine Frau mittleren Alters, sie hat eine fast erwachsene Tochter, einen Mann, eine Arbeit und eine Suche. Seit 18 Jahre sucht sie nach ihrem Sohn, der angeblich im Krankenhaus nach der Geburt verstorben ist. Ana lächelt nie, sie ist ruhig und beherrscht und lässt nicht von ihrem Ziel ab.  Viele möchten sie davon abbringen. 

Diese Geschichte aus Belgrad ist kein Einzelfall, offenbar wurden mehrere Babys „verkauft“ auf diesem Umweg. Dieser stille, eindrucksvolle Film möchte darauf aufmerksam machen, denn es gibt nach wie vor keine offizielle Bestätigung. Mit ruhigen Szenen, kleinen Gesten und einer intensiven Performance der Hauptdarstellerin, gelingt dem Regisseur ein tiefer Einblick in das Leben dieser kleinen Familie mit dem großen Drama. Die Kamera verfolgt immer Ana, erst am Ende wechselt sie die Sicht…auf den Sohn und macht so unmissverständlich klar, dass dies der Sohn ist. Es geht um Wahrheit und dieser Film soll helfen. Doch ich denke er hilft nur, wenn er auch einem breiteren Publikum zur Verfügung steht. Dafür jedoch ist auch dieser Film zu lang geraten und nicht kompakt genug erzählt, etwas weniger wäre mehr.

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